sensationelle Geocaches haben natürlich auch ein Banner, wie hier dieses von der Dexter Reihe

Im letzten Artikel habe ich das Thema behandelt, wie man als Geocaching Owner an eine geeignete Location kommt. Zwar ist es möglich, an jeder Parkbank oder Telefonzelle einen PETling mit einem Logstreifen zu platzieren, aber damit wird man als Owner kaum Favoritenpunkte sammeln. Wem es nur darum geht, möglichst viele Geocaches draußen zu haben, der braucht hier nicht weiterzulesen.

Einigen Geocachern reicht das aber nicht – sie wollen Legendäres schaffen. Sensationelle Geocaches, von denen die ganze Nation redet. Solche, die es zum „Cache of the week“ schaffen oder zum Cache des Monats vom Geocaching Magazin. Solche, für die man als Suchender 2 Jahre im Voraus einen Termin reservieren muss. Logs, deren Lektüre einem Freudentränen beschert. Eben Caches wie das Müssmannhaus, Vergissmeinnicht, Hart am Wind, Die Kinder des Buchbinders usw.

Eine Gemeinsamkeit solcher Caches haben wir im letzten Artikel schon heraus kristallisiert. Die meisten der oben genannten Caches haben eine exorbitante „Umverpackung“ (Wohnwagen, Container, Autos, ganze Gebäude, …).

Ebenfalls offensichtlich ist, dass in diesen Meisterwerken oft einiges an Geld steckt.

Zum einen für die Gestaltung der Verstecke und Stationen, zum anderen aber auch für den permanenten Unterhalt. Wer einen gut laufenden Cache mit tollem Final hat, der weiß, dass viele Logs auch viel Wartung nach sich ziehen.

Geile Geocaches – aber ohne Drauflegen!

Die Inspiration für diesen Artikel war für mich eine Note des Owners Staubfinger 0702. Er ist vielen bekannt für seine herausragenden Geocaches. Im Januar 2018 schrieb er bei seinem Cache Dexter2, er werde ihn demnächst einstellen, da der (finanzielle) Aufwand nicht mehr gerechtfertigt ist und er regelmäßig drauflegt.

Sofort ging dieser Post auch durch entsprechende Geocaching Facebook Gruppen und hat natürlich Enttäuschung aber auch Verständnis ausgelöst. Der Geocache hat weit über 2000 Favoritenpunkte und ist wirklich ein Highlight. Da ich ihn noch nicht gefunden habe, stand er natürlich auch auf meiner Bucketlist. Um so bedauerlicher, dass er nun wahrscheinlich archiviert wird und ich ihn wohl nicht mehr loggen kann. Das wäre schade für die gesamte Community.

sensationelle Geocaches haben natürlich auch ein Banner, wie hier dieses von der Dexter Reihe

Ich dachte mir „muss das wirklich so sein? Gibt es keine anderen Optionen?“. Und weil ich es ja seit ein paar Jahren schon auf etwas andere Art hinbekomme, möchte ich heute Möglichkeiten aufzeigen, wie solche komplexen und auch exklusiven Geocaches entstehen und betrieben werden können, ohne dass der Owner jeden Monat beilegt.

Wie auch schon im letzten Beitrag ist der Ansatz folgender: Ich suche jemanden, der ein Interesse an den Effekten hat.

Die Effekte eines geilen Geocaches sind: er zieht Geocacher an, er wird oft gefunden, es wird über ihn gesprochen, geschrieben, gepostet, diskutiert, … kurz: ein guter Geocache wirkt wie ein Magnet, der Menschen anzieht. Und wer (außer dem Owner) hat Interesse daran, dass Menschen angezogen werden? Im Grunde jeder, der Werbung macht!

Das können sein:

-Städte und Gemeinden

-Freizeiteinrichtungen

-Geschäfte

-Gastronomen

usw.

Diese wollen also Menschen zu sich ziehen. Sie möchten potenzielle Kunden an ihrem Point of Sale haben. Und dafür geben sie Geld aus: für Anzeigen, Radiospots, Plakate, Litfasssäulen, Bandenwerbung, Buswerbung, Onlinewerbung usw.

Die Effekte sind meist kaum zu messen. Ob jemand kommt und warum, ist oft völlig unklar.

Für Geocache Owner jedoch nicht. Jeder weiß genau, wann wieviele Besucher da gewesen sind.

Mit der gleichen Argumentation, wie man eine geeignete Location finden kann, kann man auch einen Sponsoren finden.

Den richtigen Partner für sensationelle Geocaches finden

Nun ist natürlich nicht jedes Geschäft passend, um als Sponsor für einen Geocache aufzutreten. Mich hat kürzlich ein Kosmetik-Institut angerufen und wollte einen Geocache, um mehr Besucher anzuziehen. Ich habe ehrlich geantwortet, dass das nicht passt. Die Interessenlage der Geocacher passt einfach nicht zu den Angeboten der Kosmetikindustrie.

Es gilt also zu überlegen, woran Geocacher Spaß und Interesse haben. Folgende Branchen halte ich für geeignet als Partner bzw. Sponsoren:

-Gastronomie

  • Cafe`s

  • Ausflugslokale/Waldgaststätten

-Einzelhandel

  • Outdoorhändler

  • Fahrradhändler

  • Technikmärkte

  • Baumärkte

-Freizeitanbieter

  • Escape-Rooms

  • Lasertag

  • Parks

  • Zoos

  • Klettergärten

-Stadtmarketing

Hier ist davon auszugehen, dass auch Geocacher Interesse an den Produkten oder Dienstleistungen haben könnten. Das dürfte den potenziellen Sponsoren auch deutlich werden. Geh in dem Fall einfach von Dir selber als Geocacher aus: woran hast Du Freude, wo kaufst Du ein, was ist für Dich mit dem Hobby verbunden?

Sicher fallen Dir sofort ein paar mögliche Ansprechpartner aus Deiner Region ein. Der nächste Schritt ist, auf diese zuzugehen und sie in „ihrer Sprache“ anzusprechen.

Wie das funktionieren kann, beantwortet der nächste Abschnitt.

Geocache Finanzierung – so gelingt die Sponsorenansprache

Das folgende Beispiel ist nicht ausgedacht sondern hat sich ziemlich genau so ereignet – und zwar schon lange bevor ich das schönste Hobby der Welt – Geocaching – zum Beruf gemacht habe.

2009 hatte ich mit Freunden eine umfangreiche Geocaching-Reihe auf die Beine gestellt: Hannopoly. Dabei hatten wir alle Straßen, die es auf dem original Monopoly-Spielplan gibt, in Hannover identifiziert und dort einen Cache umgesetzt. Was und fehlte, war ein Gemeinschaftsfeld. Wir dachten, der Cache müsste die Möglichkeit zur Gemeinschaftspflege beinhalten – also ziemlich groß sein. Also sprachen wir einen Baumarkt in der Region an – der war sofort begeistert! Uns wurde ein Gartenhäuschen in der Ausstellung zugewiesen, welches wir nach Lust und Laune zu einem Geocache umbauen konnten. Ein begehbarer Cache – damals noch eine Seltenheit. Ich glaube, wir haben auch etwas Material vom Baumarkt gestellt bekommen.

Damit waren viele Engpässe gelöst: wir hatten auf einen Schlag eine Location, einen geilen „Behälter“ und sogar Material – völlig kostenfrei.

Was hat der Baumarkt davon? Nun, jede Menge Besucher auf dem eigenen jederzeit zugänglichen Gelände. Du kannst Dir sicher sein, dieser Baumarkt ist auf ewig in den Köpfen der Geocacher verankert.

Heute würde ich noch etwas weiter gehen. Wenn man weiß, wieviel Geld Baumärkte ausgeben für Zeitungsanzeigen oder Plakatwerbung, dann ist es durchaus legitim, auch etwas davon für die investierte Arbeitsleistung und Pflege des Geocaches zu verlangen.

Übrigens: mit den gleichen Argumenten kannst Du auch auf die örtliche Stadt-Marketing Behörde zugehen und vielleicht sogar eine komplette GeoTour umsetzen. Du glaubst gar nicht, wie viel Geld im Stadt-Marketing für fragwürdige Maßnahmen ausgegeben wird. 5-stellige Beträge für die Beschilderung von Wanderwegen zum Beispiel. Das ist zwar gut und schön, aber ob dadurch wirklich neue Besucher in die Gegend kommen, ist mehr als ungewiss. Würde das gleiche Geld in geile Geocaches investiert werden, wären die Besuchszahlen garantiert steigend!

Kommerzielle Geocaches?

Dem ein oder anderen Leser wird zwischendurch schon die Frage durch den Kopf gegangen sein, ob die oben beschriebene Art und Weise nicht kommerziell – und damit verboten – ist. Die Geocaching Guidelines sagen dazu:

Cache-Seiten, die als kommerziell angesehen werden, werden nicht veröffentlicht. Kommerzielle Inhalte sind die folgenden

  • Andeutung von Werbung, Marketing oder Verkaufsförderung

  • Der Finder muss oder soll folgendes tun

      • In ein Geschäft gehen

      • Mit Angestellten reden

      • Ein Produkt oder eine Dienstleistung kaufen

  • Name, Links oder Logos von

      • Firmen

      • Kommerziellen Produkten

      • Spiele oder Cachelistingdienste von Wettbewerbern

  • Links oder Logos von Agenturen und Organisationen (inclusive gemeinnütziger Organisationen), außer dies ist erforderlich für die Genehmigung

Das heißt im Klartext:

-Dein Cache darf natürlich nicht IM Geschäft sein. Nah dran sollte aber kein Problem sein.

-Dein Listing enthält natürlich keine Werbung, keine Logos oder Links von oder zu Deinem Sponsor

-der Zugang zum Cache ist möglich, ohne mit Angestellten zu reden oder etwas zu kaufen (also nichts mit irgendwo nach dem Schlüssel fragen)

Das lässt aber immer noch mehr als genug Spielraum.

Schau Dir mal diese Beispiele an, die alle völlig guideline-konform sind.

Die Werbeeffekte für die Unternehmen entstehen trotzdem. Kein Cacher wird solche Caches je vergessen und auch die Umgebung ist in der Erinnerung abgespeichert.

My fair Lady

Travel&Cache

Du siehst also, mit ein wenig Vorbereitung und dem Mut, aktiv auf mögliche Partner zuzugehen, ist es gut möglich, das eigene Cache-Vorhaben auch finanziell zu stemmen.

Falls Du an dieser Stelle Unterstützung brauchst, dann schreib mich gerne an. Ob GeoTour oder einzelner Cache: ich kann gerne bei der Überzeugung der potenziellen Partner helfen und zahlreiche Fallbeispiele aufzeigen. Meine Erfahrung ist: es ist fast alles möglich!

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